Mein neues Buch

Tiere-und-Nutzpflanzen-aus-alter-Zeit---Anne-Webert

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Denkste!


Da denke ich “nur so ein armer Mensch wie ich sitzt heute am PC” – doch ich habe mich getäuscht…

Endlich ist mein Text zu den Schwäbisch-Hällischen Landschweinen und Rudolf Bühler fertig, da sende ich natürlich gleich eine Kopie an ihn und an den Hoiserhof. Denn dort in Unterjoch habe ich nicht nur gute Bilder gemacht, sondern auch einige nette Stories eingebaut. Von Heidi!

Keine Stunde später habe ich bereits Antwort aus Wolpertshausen vom Sonnenhof.

Wahnsinn, oder?

Bei den Mohrenköpfle hat der Hohenloher Biobauer Bühler nichts hinzuzufügen. Aber in dem Text über ihn hat er doch noch einige Ungereimtheiten entdeckt. DANKE!

Ohne solche Rückmeldungen bin ich aufgeschmissen und total unglücklich. Das merke ich an den Themen, die ich wirklich nur aus Sekundärliteratur bestücke. Die treiben mich in die Raserei.

Leider sind seine Ergänzungen etwas umfangreich…. also ich bin jetzt bei 4.500 statt 3.100 Zeichen, weswegen ich natürlich etwas streichen muss und den ein oder anderen Aspekt rüber zu den Schwäbisch-Hällischen Schweinen stecke. Soweit möglich.

Und was Rudolf Bühler ganz leicht von der Hand geht, stellt mich vor echte Schwierigkeiten:
“indigen” ist ein Fachausdruck, den er locker verwendet und auch mehrfach korrekt eingesetzt hat.

Ich war nun schon stolz zu wissen was “autochthon” bedeutet… nämlich so ziemlich dasselbe.
Doch auch das nutze ich in meinen Texten nicht.

Zur Kontrolle frage ich meinen Mann – andere sind derzeit nicht greifbar – nein, er kann sich weder unter “indigen” noch unter “autochthon” etwas vorstellen.

Und auch wenn “indigen” der politisch korrekte Ausdruck für “eingeboren, einheimisch” ist – man spricht also statt von Eingeborenen oder Urvölkern von indigenen Völkern – solange das kaum einer weiß, kann ich es nicht verwenden. Finde ich.

Auch das Gegenteil, nämlich “neophyten” für die eingewanderte Pflanzen ist im deutschen Sprachraum noch nicht verbreitet. Ihr seht – leicht ist es nicht.
Aber man lernt immer was dazu!

Wer Wind sät, wird Sturm ernten

In meinem Buch stelle ich ja lauter verschiedene einzelne Geschichten vor.
Mir sind dabei aber natürlich immer wieder ähnliche Probleme begegnet – also weniger mir, als den Menschen die sich für den Erhalt einer Sache einsetzen.
Ein ganz zentrales Thema ist das Saatgut.

Das hat mich dazu gebracht nicht vier Seiten zum Filder Spitzkraut zu schreiben sondern nur zwei und die anderen beiden dieser Grundproblematik am Beispiel der Kohlvermehrung aufzuzeigen.

Und jetzt müsst ihr nicht denken: Oh mein Gott, jetzt fängt sie an zu predigen. Tue ich natürlich nicht!
Das Thema ist spannend. Genauso spannend wie die Geschichte hinter den einzelnen Rassen.

Übrigens bin ich wegen des Titels auf Mutschler´s Ecke aufmerksam geworden. Der erklärt zum gleichen Zitat Beispiele berühmter Shitstorms – also negativen Rückmeldungen. Ist natürlich ein ganz anderer Ansatz aber sehr informativ!

Leicht sauer…

… bin ich natürlich schon, wenn ich immer wieder auf Fehlinformationen reinfalle.
Auch weil ich echt unter Zeitdruck bin und dennoch nicht an meiner Arbeitsweise, alles zu überprüfen rütteln lasse.

Nur auf wen ich nun sauer bin – das ist mal wieder schwer auszumachen.

Und ich gebe natürlich auch zu Bedenken, dass es früher gar nicht so leicht war, den Dingen auf den Grund zu gehen. Nicht umsonst, gab es den Beruf des “Rechercheurs”.

Heute ist man Texter, Grafiker, Fotograf, Redakteur und alles andere auch gleich noch in Personalunion.

“Ein versiegeltes Fass mit Sauerkraut, soll der findige Plieninger Kaufmann Hermann Fein auf eine zweijährige Reise nach Hamburg, Australien und wieder retour geschickt haben. Das Kraut war nach der langen Zeit noch immer genießbar und soll seinem Hersteller den ersten Preis für Dauerwaren, bei der Landwirtschaftsausstellung zur Cannstatter Wasen 1896 eingebracht haben… “heißt es!

Stimmt natürlich leider gar nicht. Die erste Sauerkraufabrik stand nicht auf Fildern…
Aber schon schade.

Pfirsiche sind Selbstbestäuber!


Na, da muss ein Mensch ja auch erstmal drauf kommen.
Den ganzen Tag hadere ich mit der Malede und meinem Schicksal.

Kann mir echt keinen Reim daraus machen, dass Ferd. Pfeiffer 1921 beschreibt, wie sensationell diese kleinen Mombacher Aprikosenbäume aus Kernen wachsen.
Josefa Emrich veredelt ihre Bäumchen. Das hat schon ihre Mutter so gemacht und so stehe ich ziemlich ratlos vor der Aussage des Obst und Weinbauinspektors.

Doch wie ich meinem Sohn schon immer sage: Der Depp sitzt immer vorm PC.
(Das kann und will der natürlich nicht hören – also weder der Depp noch mein Sohn – ist aber so).

Zum Glück kam hier nun der rote Moselweinbergpfirsich und das Buch von Ingeborg Scholz. Denn da steht:

Da der Pfirsich ein Selbstbestäuber ist, hält er sich sortenreiner als Obstbäume die auf Fremdbestäubung angewiesen sind.

Quelle: Der ROTE WEINBERGPFIRSICH

Wenigstens bin ich noch pfiffig genug, Aprikosen und Pfirsiche gleich mal in eine Familie zu stecken und so ergibt meine kleine Recherche:

Äpfel, Birnen, Süßkirschen – brauchen einen fremden Bestäuber und können daher nicht sortenrein aus Kernen gezogen werden.

Pfirsiche, Aprikosen, Quitten, Walnüsse – sind Selbstbestäuber, so dass der Kern eine hundertprozentige Produktion des Mutterbaums sein kann… also jetzt mal ganz grob zusammengefasst.

Also haben natürlich beide Recht: Pfeiffer und Emrich.
Mann kann Aprikosen veredeln – muss man aber nicht.
Und wenn Pfeiffer meint, dass gerade die unveredelten besonders gut werden – das war zum Beispiel die Sorte “Millionär” – dann ist das schon ganz richtig so…

Dann kann es ja jetzt weitergehen…

Manchmal will man es ja gar nicht so genau wissen…


Aber einfach die Augen zu verschließen, ist schließlich keine Alternative.
Und so freue ich mich natürlich über die Informationen, die mir Woldemar Mammel telefonisch zu Linsen gibt. Schließlich ist das sein Spezialgebiet… Mammel ist der Biobauer, der die Ur-Alblinsen gesucht und gefunden hat und damit dafür verantwortlich ist, dass auf der Schwäbischen Alb nun wieder eigene Linsen für das Traditionsgericht “Spätzle mit Linsen” mühsam angebaut werden.

Als ich mich das erste mal mit dem Linsenanbau beschäftigt habe, sind mir ganz schön die Augen aufgegangen. Da die Linsenpflanzen ranken brauchen sie einen starken Partner an ihrer Seite. Dazu nehmen die Landwirte auf der Alb traditionell Gerste.
Und nach der Ernte müssen die Körner dann wieder voneinander getrennt werden.
Wißt ihr wie klein so eine Linse ist?
Und ein Gerstenkorn?
Und was da sonst noch so biodynamisch wächst…

Da habe ich immer gleich das Bild von Aschenputtel vor Augen, wie die die kleinen Körnchen aus der Asche holen soll… zumal Drei Haselnüsse für Aschenbrödel ein absoluter Lieblings-Weihnachts-Film in unserer Familie ist.

Um sich die Arbeit also zu erleichtern, arbeiten die Kanadier (die die größte Linsenproduktion weltweit haben) mit dem Totoalherbizid Glyphosat und töten die Pflanzen, damit sie gleichmäßig abtrocknen. Also genau so, wie unsere konventionellen Bauern beim Getreide… HALLO?!
Habe ich da irgendwas nicht mitbekommen?

Ich mag erst gar nicht glauben, was Mammel mir da erzählt und muss aber nach kurzer Recherche zugeben – es stimmt.
Am Abend erzählt mir dann ein Freund, das ich überhaupt mal schauen sollte, was so in normalem Mehl steckt: Ascorbinsäure.

Natürlich weiß ich, dass in der Landwirtschaft nur das Klischee von Landlust und Co aufrecht erhalten wird. Aber dass die Bauern heutzutage unser Essen vergiften, bevor sie es uns verkaufen. Eine grauenhafte Erkenntnis.