Einleitende Worte
Das Grußwort von Ursula Hudson, der Vorsitzenden von Slow Food Deutschland ist nun auch da.
Das freut mich natürlich und ich bin ganz gerührt, was sie mir zusätzlich schrieb, als ich ihr den Buch-Entwurf zuschickte:
Anne, herzlichen Dank, das sieht entzückend und sehr gut aus…
Ich freu mich auf das Buch!
Ich manchmal auch…
Ein Klavier, ein Klavier…
… womit ich mal wieder eure Loriot-Kenntnisse bemühe
Nein – es ist kein Klavier, sondern die Zusage das Grußwort für mein Buch zu schreiben ![]()
Seit ich an diesem Projekt arbeite – also gefühlte 2 Jahre – stehe ich in Kontakt mit der Vorsitzenden von Slow Food Deutschland Ursula Hudson, weil ich gerne ein Grußwort von ihr hätte.
Jetzt habe ich – sozusagen als kleines vorab Weihnachtsgeschenk – ihre Zusage und freue mich darüber sehr!
Schließlich habe ich in den letzten Monaten viel mit den örtlichen Convivien zusammengearbeitet und auch wenn ich viele tolle andere Organisationen kennen und schätzen gelernt habe: Slow Food ist irgendwie meine Heimat, weil ich ja selbst seit vielen Jahren dafür aktiv bin.
Allerdings habe ich vor einigen Tagen den Vorsitz in unserem Convivium Fünfseenland an Richard Bartels abgegeben. Es ist mir zeitlich einfach nicht möglich, mich in dem von mir gewünschten Maße aktiv einzubringen… dafür arbeite ich an anderen Stellen zu hart.
Birnen in Höchstklasse
Eine Birne die es wert ist, sich einem Rechtsstreit auszusetzen… weil sie einen Namen trägt, der älter als das Recht der Champagne an dieser Bezeichnung ist: die Champagner Bratbirne.
Natürlich müssen solche Geschichten ins Buch. Und so fahre ich nach Schlat – das liegt südlich von Stuttgart und in echtem Herbstwetter. Manchmal bin ich wirklich
verwundert, warum ich nicht alles einfach telefonisch kläre – aber nein – Anne muss da hinUnd hat in diesem Fall mehr als Glück: Jörg Geiger, der die kleine Birne zu höchster Qualität vergärt, ist ein zauberhafter Mann und lädt mich allen ernstes auch noch zum Essen ein. Da kann ich dann auch seine Priseccos verkosten (ich muss ja auch irgendwie wieder nach Hause – und Alkohol beim Arbeiten geht bei mir höchstens wenn wir renovieren….).
Ich glaube, Jörg Geiger war etwas verwundert, dass ich mich auch für seine ausgestellten Pomologenwerke interessierte und hat sie mir gleich gezeigt. Ihr wißt ja schon, dass da mittlerweile eine kleine neue Leidenschaft wächst.
Die Manufaktur ist wirklich beeindruckend und ich bin jetzt im Nachhinein noch trauriger, dass ein geplanter Slow Food Ausflug unseres Conviviums damals nicht zustande kam. Andrea hatte ihn initiiert und wir fanden nicht genug Leute die mitwollten. Vielleicht können wir das ja 2013 nachholen… ich wäre sofort wieder dabei.
Jörg Geiger produziert hier seit 1995 Schaumwein und da der Name der Birne nun mal seit mindestens 1760 Champagner Bratbirne lautet und hier auch seit 1823 der allererste deutsche Sekt aus diesen Früchten gekelltert wurde, hat er seinen Birnenschaumwein mit dem Namen der Frucht versehen. Das sah man aber in der Champagne gar nicht gern, denn seit dem Versailler Vertrag (1918) ist der Name geschützt.
„Gerade der Gegenwind aus der Champagne hat mich in meinen Plänen bestärkt,“ meint Geiger. Er hat alles daran gesetzt sein Produkt weiter zu verbessern, um ein herausragendes und einmaliges Qualitätsprodukt zu erzeugen. Dafür arbeitet er auf seine Weise – mit Birnen, statt Trauben.
Seit einem Vergleich mit den Vertreter der Champagne von 2007 heißt der edle Tropfen nun „Birnenschaumwein von der Bratbirne“ und der Eigenname „Champagner Bratbirne“ versteckt sich auf der Flaschenrückseite.
Es gibt unterschiedliche Fruchtarten: Mostbirnen sind im Gegensatz zu Tafelbirnen nicht zum Rohverzehr geeignet, da sie einen hohen Gerbstoffanteil haben. Diese nutz Geiger für seine Produkte. Berühmtes Beispiel ist eben die Champagner Bratbirne. Wobei der Namenszusatz „Bratbirne“ hier schon verrät, dass diese Birne sich nach dem Braten bereits verzehren lässt. Reine Mostbirnen lässt das Erhitzen geschmacklich kalt.
Jörg Geiger sammelt seither Fans und Auszeichnungen für seine Produkte.
Mich hat er auch vollständig überzeugt und ich habe auch die Prisecco-Linie sehr genossen
Empfehlenswert!
Schuld ist der Scheerkohl
Jetzt hatte ich gestern mit den Diepholzer Gänsen so eine schöne Zeit.
Es flutschte richtig und am Abend hat mich dann auch noch der Bremer Slow Fooder Gernot zurückgerufen, von dem ich noch ein Stückchen Scherkohl-Ende wollte. Darauf habe ich schon eine Weile gewartet und war daher natürlich heute früh frohen Mutes, dass ich den Text jetzt mit 2 Sätzen beenden kann.
So nach dem Motto: “Noch ist der Scherkohl zwar nicht so bekannt wie die Stadtmusikanten und der Roland, doch die Slow Food Gruppe aus Bremen tut alles, damit sich das ändert….”
Ja – und genau da fehlte die ganze Zeit die Info, was die denn so anstellen.
Leider ging der Schuß nach hinten los.
Und dummerweise baut besagter Horst True den Kohl auch wirklich noch in solchen Mengen an, dass er ihn mit der Sense mäht. Alle anderen gehen eher mit dem Küchenmesser vor.
Alles nicht weiter schlimm, könnte man meinen. Denn ich konnte seine Hoheit “Horst den Stuhren” sogar telefonisch erreichen. Und der erzählt wirklich total nett und weiß ganz viel…
Aber das ist es halt auch.
Ich bin jetzt auf der Jagd nach einem passenden Foto von ihm (möglichst beim Scheeren) um dann die Geschichte mit den neuen Aspekten größer zu fahren.
Weil mir natürlich andere Stories immer mal wieder kürzer geraten oder auch ganz wegbrechen.
Daher habe ich aber heute (fast) den ganzen Tag mit einem Text zugebracht, den ich vorher bereits als doppelgemoppelt fertig betrachtet hatte.
Und das kostet mich dann nicht nur Zeit, sondern auch Schwung.
Selbst die fast fertige Diepholzer ginge daraufhin nicht weiter.
Zu allem Übel will ich ja morgen in Richtung Hessen hoch und habe daher schon einige Tage versucht entsprechende Termine zu vereinbaren. Dienstag habe ich eine fixen Termin – da muss ich wieder hier sein.
Doch der einzige Termin, der derzeit steht, ist am Montagmittag in Köln.
Super, oder?
Wobei ich sehr froh bin, den überhaupt zu haben, denn zunächst sah es nach dem Wegfall von 2 Seiten Produkt, plus 2 Seiten Reportage aus… also Daumen drücken, dass alles mal ein wenig einfacher wird!
Messe-Phobiker
Oder auch von allem ein bißl.
Jedenfalls bin ich ein wirklich echter Messe-Phobiker.
Ganz gleich ob ich in meinem Leben als Besucher, Aussteller oder Berichterstatter auf eine Messe gehen muss – ich kann diesen Veranstaltungen einfach nichts abgewinnen.
Heute nun bin ich auf dem ZLF – dem Zentralen Landwirtschaftsfest neben dem Oktoberfest (eine Oktoberfest-Phobie habe ich leider auch – aber sonst glaube ich keine weitere…).
Es ist eine Einladung des Landwirtschaftsministeriums an die Menschen, die sich mit Archepassagieren bei Slow Food oder auch in anderen Organisationen beschäftigen. Im Anschluß an das Treffen im Ministerium, dass den Vormittag in Anspruch nahm und bei dem ich auch wirklich einiges neues gehört und gelernt habe, steht dann dieser gemeinsame Besuch des ZLF.
Ich also mit.
Aber ich muss gestehen – ich kann diesen armen Viechern, die da in völlig überhitzten Hallen stehen/liegen, nichts abgewinnen. Wenn ich da an die Tiere denke, die ich in letzter Zeit kennen gelernt habe.
Draußen, auf der Weide oder auch bei den Landwirten im Stall.
Das ist echt was ganz anderes…
Auch dieses Menschengewimmel macht mich irgendwie aggressiv.
Egal wie fein die rausgeputzt sind.
Die jungen Männer, die um die riesigen Landmaschinen rumscharwenzeln…
Die Familien, bei denen Papa allen erklärt, was es zu sehen gibt….
Die Frauenpärchen, die nur schauen, ob und wer schaut….
Nein – ich seile mich ab und fahre heim.
Irgendwann werde ich es ja wohl hoffentlich begreifen, dass ich gegen meine Messe-Abneigung einfach nichts machen kann und einfach im Vorfeld solche Besuche ablehnen.




Letzte Kommentare