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Deutsches Küchen-Allerlei
Ist euch auch schon aufgefallen, wie zauberhaft ungenau die Mengenangaben bei Rezepten sein können?
Da schwipt es und schwapt es, da spritzt es und schießt es.
Mir ist es eigentlich durch meinen Sohn erst wieder bewußt geworden, der unter einem Schuss doch ganz was anderes versteht, als ich…
Hier meine Top Five der Küchen-Mengen:
Ein Schwip, Schwub oder Schwap
Auch wenn diese Mengenangaben gerne für Wein, Sherry oder auch alle Sorten von Soßen genommen werden, so geht doch auch ein Schwub Mehl oder Zucker.
Der Schwap ist da hingegen deutlich flüssiger… jedenfalls in meinen Rezepten.
Auch schön ist ja der Ausdruck “Schwub die wupp” – wird aber glaube ich heute kaum noch verwendet.
Soll auf jeden Fall heißen, dass ich noch ganz schnell etwas erledige ![]()
Oder zugebe.
Den Markennamen “SchwipSchwap” kann man bestimmt auch auf die Lust der deutschen Hausfrau an der Verniedlichung ihres tristen Koch-Alltags zurückführen.
Immerhin fühlt sie sich beim Einkauf dann gleich wie daheim.
Da hat doch mal ein Marketingmensch ganz artig Muttis Einkaufswagen geschoben – oder sich daran erinnert.
Tintenfisch a la Lisa
Wir wohnten in einem naturgeschützten Olivenhain – ziemlich am Ende der Welt.
Mit Katzen, Wildschweinen und Mücken.
Es gab Sonne, Ruhe und viel Zeit für uns. Also alles, was man sich von einem Urlaub so wünscht.
Oder wir uns wünschen…
Darüber hinaus waren wir in einem netten toskanischen Bauernhaus untergebracht – mit dezentem Familienanschluß
Und über das Angebot uns frischen Tintenfisch mitzubringen, haben wir uns nicht nur sehr gefreut, sondern es natürlich auch gleich angenommen.
So frisch bekommen wir die Meeresbewohner sonst nicht auf den Tisch.
Lisa hat uns auch gleich noch ein Rezept des erfolgreichen Fischers mitgebracht – das wir (leicht abgewandelt – weil wir uns einfach nicht an Rezepte halten können) – direkt ausprobiert haben:
Tintenfisch a la Lisa
Frischer Tintenfisch
etwas frischen Rosmarin
Zwiebel
Salz, Pfeffer
Tintenfische putzen – da man das hier eher selten machen muss, habe ich dazu einen netten kleinen Film für euch bei “wie man´s macht” gefunden.
Den Körper innen leicht salzen und dann mit dem Kopf und den Armen, sowie ein bis zwei Spalten Zwiebel und frischem Rosmarin füllen.
Mit einem Holzstäbchen verschließen und in einer Pfanne mit Olivenöl bei mittlerer Hitze anbraten.
Gegen Ende der Bratzeit (je nach Größe – 5-15 Minuten) leicht pfeffern und mit etwas Zitrone beträufeln.
Wer ein wenig Soße zum Auftunken mit Brot will, kann nach dem Anbraten mit etwas Weißwein schmoren.
Das war es bereits….
Ein Hauch Sizilien
Gerade die kleinen “Spring in den Mund”‘s haben es uns angetan…
Doch da Kalbfleisch in wirklich guter Qualität nicht immer verfügbar ist und ich zudem immer zurückhaltender beim Verzehr junger Tieren werde, koche ich gerne mit Hühnerfleisch als Alternative. Und sehr, sehr vielen Kartoffeln
)
Die Soße ist der Clou dieses Rezeptes.
Also müsst ihr im Vorfeld unbedingt Marsala kaufen. Mit R.
Und natürlich nicht gleich die sizilianische Hafenstadt – Marsa Allah – der Hafen Gottes, sondern den nach ihr benannten Süßwein.
Was leider gar nicht so einfach ist…. hier in Deutschland ist er nicht sehr verbreitet.
Ich habe gerade welchen aus Italien mitgebracht. Damit bin ich gut versorgt.
Doch im Internet findet ihr auch sehr gute Qualität.
Erstaunliche Neuigkeiten zu Stein-Pilzen
Es gibt Tage, an denen ich ganz sicher bin, dass diese Welt mit diesen Menschen so nicht überleben kann
Als sporadische “Perfektes Dinner” – Zuseherin, habe ich am 26.4.2011 einen erneuten Beweis gefunden.
Erzieherin Melanie versucht sich da an selbst gemachten Ravioli – also eigentlich an “Steinpilzravioli mit Petersilien-Pesto, Parmesan und Schinken”.
Und während die Mitkocher noch rätseln, woher sie die Pilze nehmen wird (die Pfirsiche für den Nachtisch kamen ja schon aus der eigenhändig geöffneten Dose) und in den Foren zur Sendung die Geschmacksüberlagerung von Schinken zu Steinpilz für Zündstoff sorgt, mache ich mir doch ganz andere Sorgen.
Denn Melanie erklärt ganz klar “Steinpilze, das kommt daher, weil die Steine haben”…
Aha.
Und da sie getrocknete Steinpilze für die Füllung genommen hat, die nun seit 10 Minuten in heißem Wasser ziehen, gießt sie diese durch einen Kaffeefilter ab um anschließend die gefilterte Flüßigkeit nach eventuellen Steinen zu überprüfen??!!!
Da fällt mir nichts mehr zu ein.
Gar nichts.
Diese Frau ist Erzieherin!
Zum Glück in Dortmund.
Die armen Dortmunder….
Ach ja – es waren erstaunlicher Weise keine Steine im Wasser – wer mir nicht glaubt – in der Mediathek könnt ihr es euch anschauen
– bei 17:51 Minuten. Damit ihr euch den Rest erspart.
Von wegen Gugel-Hupf
Da bin ich wohl mal wieder rein gefallen.
Als echt norddeutsches Gewächs dachte ich, ein Gugelhupf – also ein Napfkuchen aus Hefeteig – hätte den “Hupf” gleich mit drin.
Oder meinetwegen auch den Lupf:
Die Bezeichnung “Gugelhupf” kommt vermutlich von Lupfen des Gugels, also dem Hochheben des rundlichen (vergleiche Kugel, Kogel, Kogge) Napfes oder Kessels, nachdem der fertig gebackene Kuchen umgedreht wurde.
Das “h” in Gugelhupf beruht auf einer Übertragung aus dem Dialekt ins Hochdeutsche, deutet aber nicht auf “Hüpfen”. Im Dialekt wird das Wort noch heute etwa Gug’lupf ausgesprochen.
Quelle: wiktionary
Stimmt aber gar nicht – keinen Millimeter hupft oder lupft er.
Dabei hatte ich mich so gefreut, ein gutes Rezept zu haben und endlich die schöne alte Gussform ausprobieren zu können… und habe mehr als ordentlich eingefettet!
Schon mehr gespachtelt ![]()
Und dann mit Mandelblättchen verkleidet.


