Die Schuld der Teller

Gerade ebbt die Empörungswelle über Steuersenkung für Hotels etwas ab, da erschüttert ein neues Beben die vermeintliche Ruhe im Lande.

Und genau wie bei einem Tsunamie passiert das Unglück ganz weit weg von uns, fast unbemerkt und dennoch heftig genug, um die Wellen auf den Weg zu schicken.

Jetzt zieht sich das Meer zurück…

In Richtung Finanzministerium – denn da ist ein riesiges Loch!
Eigentlich ja ein richtiger Abgrund.

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Die Unstimmigkeit der Einstimmigkeit

Die parlamentarische Demokratie lebt von der politischen Auseinandersetzung, von gegensätzlichen Interessen und der Suche nach einem Ausgleich zwischen diesen Interessen.
Die parlamentarische Demokratie lebt von der politischen Auseinandersetzung, von gegensätzlichen Interessen und der Suche nach einem Ausgleich zwischen diesen Interessen.
Jetzt meckere ich auch nach an der Einstimmigkeit herum – ja graust es mir denn wirklich vor gar nichts?!

Oh doch – es graust mir sogar vor einer ganzen Menge. Vielleicht sogar vor mehr, als manch anderen.

Aber in diesem Fall graust es mir leider mal wieder vor der Lokalpolitik.

Vor mehr als 20 Jahren habe ich das gleiche Phänomen schon einmal erlebt und versucht zu bekämpfen.

Damals lebte ich noch in Rheinland-Pfalz und konnte es nicht verstehen, wie ein Gemeinderat, der aus mehr als 4 Parteien besteht, seine Beschlüsse immer einstimmig schließen kann.

Egal welches Thema anstand, egal wie kontrovers die Diskussion in der Bevölkerung geführt wurde.
Der Beschluss fiel ohne Gegenstimme.

Also gründete ich mit einigen Freunden eine eigene politische Partei – DA – die „Diezer Alternative“ (bevor ihr jetzt anfangt danach zu suchen, die gibt es jetzt nicht mehr…)

Und das Husarenstück gelang – bei der nächsten Wahl errangen wir einen Sitz im Rat (zwei Legislaturperioden hielten wir durch) und von da an gab es selten einstimmige Abstimmungen.
Viel bewirkt hat das sicherlich nicht, aber wir hatten das Gefühl eine Stimme zu erheben und das Richtige zu tun.
Für unsere Sache und die Menschen hinter uns einzustehen und nachzufragen, wenn uns etwas auffiel oder missfiel.

Jetzt bin leider ich wieder an dem Punkt.

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Demokratische Wünsche zu Weihnachten

Dieser Tage schwappen die Emotionen in Dießen mal wieder hoch.
Die Bürger sammeln sich und begehren auf.
Treffen sich am Sonntag, 13.12.2009 um 10:30 Uhr an der Auffahrt zur Villa Romenthal – genau da wo das neue Gewerbegebiet entsteht.

Denn Streitpunkt ist die dort (noch) gelegene Romenthal-Allee.

Der Bauausschuß der Gemeinde hat einstimmig (na wie auch sonst, ist ja schließlich eine demokratisch gewählte Gemeindevertretung mit 8 politischen Gruppierungen) einer Komplett-Sanierung zugestimmt.

Sanierung klingt ja erstmal nicht so schlimm. Aber bei Bäumen – aus denen eine Allee schließlich besteht – geht es um alles oder nichts.

Also: weg mit dem alten Plunder!
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Gegen den Rückschritt!

Kein Rauch in Kneipen und Restaurants!
Kein Rauch in Kneipen und Restaurants!
Eigentlich bin ich ja ein überzeugter, nicht-millitanter Nichtraucher.

Vielleicht sehe ich die Sache ja nicht so verbissen, weil ich selbst noch nie geraucht habe. Im Gegensatz zu Ex-Rauchern, die gleich hysterisch werden, wenn sie in ihrer unmittelbaren Umgebung Zigarettenrauch orten.

Und so dachte ich, dass die angestrebten Sonderregelungen den Rauchern auch eine Lebensberechtigung einräumen und ich damit gut leben kann. Bin ja schließlich ein toleranter Mitmensch und kein Pedant.

Bis – ja bis ich jetzt abends in Österreich in einem Lokal saß. Um mich rum qualmte und rauchte es unaufhörlich.
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Das Problem mit den Bauern und den dicken Kartoffeln

Kartoffeln ohne gentechnische Veränderung - was anderes kommt nicht in Frage!
Kartoffeln ohne gentechnische Veränderung - was anderes kommt nicht in Frage!
„Landwirtschaft ist in erster Linie Wirtschaft“ – sagt Steinmeiers Schattenminister Udo Folgart und bekennt damit Farbe. Er setzt sich für den Anbau der Genkartoffel Amflora und Massentierhaltung ein.

Und hilft mir damit bei einer Entscheidung, wen ich am 27.9 auf gar keinen Fall wähle:
die SPD!

Im letzten Slow Food Heft ging es auch um die bevorstehende Bundestagswahl. Dort fand man die Argumente aus den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien aufgelistet.

Und die SPD setzte bei der Gentechnik vor allem auf die Wahlfreiheit und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Futter- und Lebensmitteln, obwohl sie schon erkannt hatte wo der Hase läuft:

„Die große Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnt Genveränderungen in Lebensmitteln ab.“

Quelle: SPD in „Was steht zur Wahl“ Slow Food Magazin 4_2009

Ja genau: 78 Prozent der Deutschen lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Ich glaube, ich kenne selbst niemanden, der das anders sieht.
Und 85 Prozent wollen auch auf keinen Fall Gentechnik im Futter der Nutztiere, deren Fleisch wir essen.

Steinmeiers Schattenminister ist das egal.

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