Archiv für die Kategorie „Kritik“
Die Entdeckung der Langsamkeit
Es macht mich wahnsinnig!
Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem das Internet und auch die Telefonleitung immer wieder den Geist aufgeben.
Gerade noch war ich online und Padauz – alles weg.
Und dabei muss ich doch – wollte ich – sollte ich… nix geht.
Aus lauter Verzweiflung versuche ich meine Arbeitsbereiche zu verändern. Es muss doch auch Dinge geben, die ich ohne Internet oder Telefon erledigen kann!
Muss es!
Gibt es aber anscheinend nicht.
Egal womit ich beginne, ich erreiche immer wieder einen Punkt, bei dem ich schnell etwas überprüfen muss oder kurz eine Bestätigung brauche. Telefonisch oder per Mail.
Mein einziger Ausweg:
ich räume auf.
Erst den Schreibtisch.
Dann das Arbeitszimmer.
Dazwischen starte ich immer mal wieder einen Versuch, ob die Leitungen nicht endlich stabil sind.
Doch bevor ich beginne, den Keller zu räumen, werfe ich das arbeitsmäßige Handtuch.
Dann arbeite ich heute einfach nicht weiter, sondern mach mal langsam…
Vielleicht ein Buch lesen?
Im Garten wurschteln?
Kochen?
Mein Mann schüttelt verzweifelt mit dem Kopf. Bis aufs Lesen ist das ja nicht wirklich langsamer. Findet er.
Schließlich habe ich die Lösung – ich plane das Essen für meinen Geburtstag.
Das macht Spaß, Sinn und ist nicht als Arbeit zu verbuchen… finde ich jedenfalls.
Und freue mich eigentlich, dass der Computer heute spinnt. Sonst hätte ich dafür gar nicht die Zeit gehabt
Rote Karte für deutsche Johannisbeeren

Zum Glück habe ich eigene Johannisbeeren im Garten - und da ist maximal ein Spinnennetz oder Regentropfen dran
So zum Beispiel gerade nach allerlei Beeren für Marmeladen, Gelees und Chutneys.
Oder auch den diesjährigen Rumtopf…
Sehen ja auch super aus, wenn die Früchte einen aus ihren Schälchen leuchtendrot anlachen… da mag man gleich probieren und überlegt schon, wie man diese Pracht für die kältere Jahreszeit bewahren kann.
Aber zu früh gefreut!
Greenpeace hat bei den größten Supermarktketten Himbeeren und Johannisbeeren gekauft und untersuchen lassen – das Ergebnis sind zwei Anzeigen und eine aktuelle Warnung vor heimischen Johannisbeeren:
Laboranalysen von Beeren-Proben aus vier großen deutschen Handelsketten belegen Cocktails von bis zu neun verschiedenen Pestiziden. Deren Wirkung kann als gesundheitsgefährdend eingestuft werden.
Den Verkauf von Johannisbeeren mit Rückständen nicht zugelassener Spritzmittel bei Edeka und Tengelmann hat Greenpeace bei den zuständigen Lebensmittelüberwachungsämtern angezeigt.Quelle: www.greenpeace.de
Zeitlos
Es gibt verschiedene Ansätze “Zeit” zu bestimmen – schon Platon hat sich mit Gedanken über die Zeit selbige vertrieben.
Bei ihm ist Zeit nur ein Ausdruck, ein Abbild der Ewigkeit, des ewigen Seins.
Dabei scheint Zeit auch eine physikalische Größe zu sein.
Unsere menschlich bemessene Zeit richtet sich grob nach der Sonne und wird in Zeitzonen organisiert.
Wir sprechen von Lebenszeit, von Arbeits- und Freizeit.
Doch was sich zunächst als Erleichterung im alltäglichen Miteinander anließ, ist nun zu einem wahren Fluch geworden.
Immer und überall erreichbar zu sein.
Denn so ein Tag hat irgendwie doch nicht mehr Zeit als früher…seltsam, dabei sind wir doch so fortschrittlich.
In den späten 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kämpften Gewerkschaften und Arbeitnehmer Seite an Seite für eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden und später ja sogar auf 37,5….
Für mehr “Freizeit” – Zeit die dem Einzelnen und den Familien zugute kommen sollte.
Kein netter Zug der Bahn
Die Bahn ist das ökologisch und ökonomisch vernünftigste Verkehrsmittel.
Jedenfalls wenn kein Fluss in der Nähe ist und man längere Distanzen zurück legen will.
Und gerade diejenigen unter uns die häufig unterwegs sind, genießen die Freiheit, sich mit anderen Dingen als dem Verkehr rumärgern zu müssen.
Ärgert man sich doch lieber ein wenig über unsensible Zeitgenossen (und deren Kinder!)… aber dann hat man am Ende der Reise auch was zu erzählen. Und das ist allemal unterhaltsamer als die Auflistung verschiedener Baustellen und Staus…
Wäre also eigentlich alles Friede, Freude, Eierkuchen… wenn die Bahn ihr Kunden nicht immer wieder an den Rand (und darüber hinaus!) des Nervenzusammenbruches bringen würde.
Zweierlei Einzelkämpfer am Ammersee
Beide kämpfen für die gleiche Sache – einen freien Blick über den See.
Von Dießen aus.
Über oder auch durchs Schilf.
Die einen stehen auf dem neuen Steg.
Ihr wisst schon – dem von Hannes, dem Trapper.
Landrat, Sparkassendirektor, Landesvorsitzender, Bürgermeister und Regierungspräsident.
Sie beglückwünschen sich gegenseitig zu diesem wunderschönen Bauwerk, dessen Finanzierung ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist: 30.000 Sparkasse, 120.000 Freistaat und EU, 6.000 vom EVA (Erholungsgebieteverein Augsburg) und 14.000 vom Landkreis.
So geht die Rechnung auch – anders als im Artikel des LT – auf.
Was nicht ganz aufgeht, ist die Idee einer Eröffnung ohne Öffentlichkeit – denn die war Freitagnachmittag gar nicht geladen.
So konnten die Herren sich nur gegenseitig berichten, wie wundervoll das Projekt gelaufen ist.
Wie wichtig der “Hotspot der Biodiversität”, das “Drehkreuz des Südens für den Vogelflug” und das “Erfolgskonzept des Tagestourismus” doch seien.
Zum Glück hatte man nicht vergessen, der Presse etwas von dieser feierlichen Eröffnung zu sagen.


