Kochen und Essen
Unerwartete Mit-Denker
Nicht immer nur meckern.
Und daher nutze ich die Gelegenheit heute ganz bewußt, ein Lob auszusprechen:
für meine Backofen-Firma.
MANZ.
Den Ofen haben wir jetzt seit Januar und wir haben wirklich mehrere Jahre gehadert, ob wir so viel Geld für einen Backofen ausgeben wollen…
Doch unser persönlicher Backwahn hat schließlich gewonnen.
Und nun arbeiten wir seit Anfang des Jahres an der Optimierung unserer Rezepte.
Denn ihr wißt ja – neuer Ofen neues Glück!
Alle Zeit- und Gradangaben kommen auf den Prüfstand und wir lernen mit den beiden einzelnen Öfen gezielt zu arbeiten.
Da wir häufig Brot backen, sind wir da schon recht weit in unseren Versuchsreihen….
Und die regelmäßig ins Haus flatternden Prospekte des Herstellers wecken natürlich neue Gelüste.
Beim Baguette hapert es – anders als beim Chiabatta – am Knuspergrad.
Ein scharf krauser Frostbote
Wenn man denn welchen angebaut hat.
Wenn nicht, kann man zum Glück aller Zugereisten auch hier in Bayern mittlerweile ein knackig frisches Stengelgewächs kaufen.
Mein Mann schlägt da gleich zu und offeriert mir liebevoll diesen ungewöhnlichen Blumengruß.
Natürlich mit der leisen Hoffung auf “Grünkohl und Pinkel” – doch davon will ich leider nur bedingt was wissen… schließlich mag er auch kein “Birnen, Bohnen und Speck”.
Also gibt es beides nicht.
Oder nur in absoluten Ausnahmefällen.
Auf dem Herd meiner Schwiegermutter kocht der Kohl in dieser Jahreszeit mit allen seinen Einlagen natürlich mehrere Stunden, ja Tage.
Und das schon seit Jahren ![]()
Bis alles nur noch ein einziger Brei ist.
Sich Kohl, Wurst und Dörrfleisch verbinden und eine einheitliche grüngraue Farbe annehmen.
Je länger sie/man kocht, desto graubrauner wird es…
Dann wird zum großen Grünkohlschmaus geladen – und fast alle eilen herbei.
Ich habe meist unaufschiebbare Termine.
Ist so.
Ich mag Grünkohl nämlich.
Und so kämpfe ich jedes Jahr aufs neue für den guten Geschmack dieses krausen Wintergesellen.
Bekenntnis zur Reisfraktion
Dieses mal geht es um Pro oder Contra zu “Reis in der Paprikaschoten-Füllung mit Hackfleisch”.
Ich oute mich mal gleich als pro
Ich finde nämlich, dass die Hackfleischfüllung dadurch lockerer wird.
Und leckerer.. eh klar.
So wie man ja auch bei einer Frikadelle durchweichtes Brötchen oder Semmelbrösel zugibt.
Außerdem entwickelt sich so unser Wochenend-Essens-Ablaufplan ganz wie von selbst:
Einkauf
Hot Wok (Rezept kommt noch – versprochen!)
Zerfledderte Hühnerbrust
Gefüllte Paprikaschote (heute)
… nächster Einkaufs-Input.
So kann ich immer Reste des einen im anderen weiterverwenden.
Paprikaschote mit Hackfleisch-Reis-Füllung
4 Paprikaschoten (gerne rote und gelbe – grüne finde ich nicht so gut)
1 Pfefferschote
300 g gemischtes Hack
etwa 200 g gekochter Reis
1 Zwiebel
1 Dose geschälte Tomaten
Paprikapulver pikant
Salz, Pfeffer, Zucker
Gemüsebrühe
Sahne
Die Paprikaschoten oben aufschneiden (Deckel behalten) und Kerne und Trennwände entfernen.
Hack mit Reis, 1/2 klein gewürfelten Zwiebel, Paprikapulver, Salz und Pfeffer mischen. Wenn es zu trocken ist, ein wenig Sahne zugeben. Pikant abschmecken.
In einem Topf die übrige gebliebene (natürlich klein gewürfelte) Zwiebel in Butter anbraten. Die klein geschnittene Pfefferschote und eventuell vom Hot Wok zurück gelassene Paprikastücke oder Frühlingszwiebeln mit anrösten.
Ruhig richtig rösten, aber auf keinen Fall verbrennen.
Tomaten mit Saft in den Topf. Etwas Zucker. Dann die Brühe angießen.
Die Paprikaschoten füllen und in den Topf setzen. Die Flüssigkeit darf ruhig bis zu 3/4 hoch sein.
Dann den Deckel schließen und bei mittlerer Temperatur etwa 45 Minuten bis 60 Minuten schmoren.
Es beginnt zu duften – dann ist es fertig.
Und die Schoten sind dann noch nicht zu weich.
Paprikaschoten mit einem Schöpflöffel entfernen, den Sud mit einem ESGE-Stab pürieren, etwas Sahne zugeben und die Soße abschmecken.
Die Schoten kommen anschließend natürlich wieder zurück in den Topf (doch nie für lange) und ich gebe gerne Weißbrot dazu… damit die Soße auf dem Teller auch ordentlich aufgegessen werden kann
Ein scharfer Begleiter
Mal was anderes als Birne, Zitronenkonfitüre oder Feigen zu Schafs- oder auch Ziegenkäse – das war die Herausforderung.
Denn Frankreich und Italien sind nicht länger allein in ihrer Freude an typisch andersartigen Käsesorten.
Rund 1000 Hof-Käsereien gibt es deutschlandweit, die sich der Produktion des Ziegenkäses widmen.
Seinem schlechten Ruf hat er damit den Kampf angesagt und ziert viele Rezepte der regionalen Feinschmecker-Küche.
Auch ich muss gestehen, dass ich gerade dem jungen Käse sehr zugetan bin und ihn immer häufiger nutze.
Tintenfisch a la Lisa
Wir wohnten in einem naturgeschützten Olivenhain – ziemlich am Ende der Welt.
Mit Katzen, Wildschweinen und Mücken.
Es gab Sonne, Ruhe und viel Zeit für uns. Also alles, was man sich von einem Urlaub so wünscht.
Oder wir uns wünschen…
Darüber hinaus waren wir in einem netten toskanischen Bauernhaus untergebracht – mit dezentem Familienanschluß
Und über das Angebot uns frischen Tintenfisch mitzubringen, haben wir uns nicht nur sehr gefreut, sondern es natürlich auch gleich angenommen.
So frisch bekommen wir die Meeresbewohner sonst nicht auf den Tisch.
Lisa hat uns auch gleich noch ein Rezept des erfolgreichen Fischers mitgebracht – das wir (leicht abgewandelt – weil wir uns einfach nicht an Rezepte halten können) – direkt ausprobiert haben:
Tintenfisch a la Lisa
Frischer Tintenfisch
etwas frischen Rosmarin
Zwiebel
Salz, Pfeffer
Tintenfische putzen – da man das hier eher selten machen muss, habe ich dazu einen netten kleinen Film für euch bei “wie man´s macht” gefunden.
Den Körper innen leicht salzen und dann mit dem Kopf und den Armen, sowie ein bis zwei Spalten Zwiebel und frischem Rosmarin füllen.
Mit einem Holzstäbchen verschließen und in einer Pfanne mit Olivenöl bei mittlerer Hitze anbraten.
Gegen Ende der Bratzeit (je nach Größe – 5-15 Minuten) leicht pfeffern und mit etwas Zitrone beträufeln.
Wer ein wenig Soße zum Auftunken mit Brot will, kann nach dem Anbraten mit etwas Weißwein schmoren.
Das war es bereits….




