Mein neues Buch

Tiere-und-Nutzpflanzen-aus-alter-Zeit---Anne-Webert

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Ausflug

Alle Wege führen nach Rom – 4

… und auch wieder hinweg.

Unser letzter Tag, der ja eigentlich schon gar nicht mehr zählt, weil wir den größten Teil davon mit der Reise verbringen werden.
Doch das ändert natürlich nichts am Genuss den wir auch heute früh beim Gedanken an den ersten Cappuccino des Tages aufkommen lassen.

Wieso können die Italiener das einfach besser als wir...

Gerade mal eine Straße entfernt von unserem Hotel sind wir nämlich jeden Morgen gestartet.
Oder haben die erste Pause gemacht – kommt ein wenig auf die Betrachtungsweise an…
In einer typischen kleinen Cafebar.

Ein langer Tresen, eine riesige Kaffeemaschine, ein Regal mit Zigaretten und Losen, ein Kühlschrank mit Milch & Co – und jeden Tag andere Menschen hinter der Theke.

Mein Sohn empfindet die Vorliebe der Italiener für kleine, süße Leckereien statt eines Frühstücks als sehr charmant und würde sie sicherlich auch gerne daheim weiterführen.
Das wird natürlich nix.

Aber hier und heute natürlich doch noch mal unser Frühstücksprogramm: ein Cappuccino, ein Wasser und für jeden ein süßes kleines Gebäckstück.

Alles wie jeden Tagen – doch nicht alles.
Denn jeden Tag zahlen wir für die gleichen Dinge einen anderen Preis ;-)

Natürlich immer mit einer anderen wortreichen Erklärung… mal kostet uns der Sitzplatz draußen im kleinen Zelt etwas, dann das Bringen oder Abholen unserer Bestellung – und was weiß ich – vielleicht demnächst noch die Sonne oder die Farbe der Kleidung.

Es ist nicht viel aber schon eine Spanne von 3 Euro.
Mein Sohn ist völlig überrascht.
Das kennt er natürlich nicht.
Und er kennt auch mich nicht so.

Warum sollte ich mit jemandem diskutieren oder gar streiten?
Dazu habe ich keine Lust und amüsiere mich stattdessen über die Erklärungsversuche… ich lasse mir doch meine Urlaubslaune nicht verderben. Wo kämen wir denn da hin?

Und so zahle ich am letzten Tag einen mittleren Preis.
Auch gut.
Im Hotel hätten mich unser Frühstück pauschal 23.- Euro pro Person und Tag gekostet. Da bin ich hier doch immer besser dran.

Unsere gestrige Orientierungstour im Bahnhof hat nicht viel gebracht – sie hat uns nur sehr deutlich gezeigt, wie elend groß er ist.

Zum Glück treffen wir eine Italienerin, die Englisch spricht und auch noch ein wenig Zeit hat.
Denn sie muss extra Losgehen um sich zu erkundigen, wo und wann der Zug zum Flughafen startet.

Mit Informationstafeln sind die Römer nicht unbedingt großzügig.
Und einfach zu verstehen ist das wenige, was man entdeckt auch nicht… selbst für Einheimische nicht.

Diese Italienerin ist ein Hauptgewinn – sie findet innerhalb von 10 Minuten alles heraus. “Molte Grazie!”

Nur weiß auch sie nicht, wie und wo man ein Ticket bekommt.

Denn an den Automaten geht es nicht.
Mehrfache Versuche erbringen immer wieder das gleiche frustrierende Ergebnis.
Kein Ticket.
Ein Schalter muss her.

Und an dem kostet das Ticket natürlich gleich wieder 2 Euro mehr.
Manchmal hat man den Eindruck, dass man hier wirklich für alles extra zahlen muss.
Doch egal – wir sitzen im Zug und warten auf die Abfahrt.

Da erscheint ein hechelnder Italiener mit Koffer – reißt die bereits geschlossene Zugtür auf und lockt damit augenblicklich den Zugbegleiter hervor.

Es folgt eine wilde, gestenreiche Diskussion.
- Man solle doch einfach noch ein paar Minuten warten, bis auch seine Frau hier sei.
- Das gehe ja wohl auf gar keinen Fall
(meint der Schaffner).

Doch der Reisende siegt durch Beharrlichkeit und ein so ausuferndes Palaver, dass die Frau schnaufend doch noch einsteigt und unser Zug mit 4 Minuten Verspätung abfährt.

Sensationell.

Und für uns natürlich mal wieder kein Problem – schließlich sind wir früh genug dran.
Am Flughafen dann unser erstes Mobil-Telefon-Einchecken.

Schon cool.
Doch als die Stewardess mir eine papierene Boardingcard anbietet, greife ich zu.
Schließlich kann ein plötzlicher Stromausfall sonst unseren Rückflug gefährden.

Der Duty-Free-Bereich des Flughafens ist enttäuschend.
Wenn ich auch sonst immer von der Qualität der Schnellrestaurants an den Autobahnen begeistert bin, kann ich hier nur sagen – Oh mein Gott!
Grauenhaft.

Nächstes Mal sind wir besser gewappnet und holen uns vorab ein wenig Wurst, Käse und Brot…
Und darauf freuen wir uns schon ;-)

Rom ist eine Welt, und man braucht Jahre, um sich nur erst drinnen gewahr zu werden.
Wie glücklich find´ ich die Reisenden, die sehen und gehen.

Johann W. von Goethe, Italienische Reise

Alle Wege führen nach Rom – 3

… egal wie das Wetter ist.

Heute nun regnet es.
Das ist nicht ganz so schlimm, denn wenn die Sonne so richtig runterknallt ist ein Tour wie wir sie heute planen schon leicht selbstmörderisch.

Von unserem Hotel sehen wir den Bahnhof aus der Vogelperspektive

Wir haben für den frühen Nachmittag eine deutschsprachige Führung gebucht – der Veranstalter verspricht schnellen Eintritt ohne Anstehen und will das “Alte Rom” in sagenhaften 3 Stunden bewältigen.

Da sind wir mal gespannt.

Und weil wir von gestern noch ein wenig Fußkrank sind (aber jeder heute mit den Schuhen seines Vertrauens ausgestattet), traben wir zunächst mal zum Bahnhof und hoffen dabei erstens auf Erkenntnisse für die morgen geplante Zugfahrt zum Flughafen und zweitens auf einen Transfer in die Stadt.

BINGO

Hier funktioniert die Metro.
Sehr süß – es gibt genau zwei Metrolinien – A und B.
C hatten wir gestern schon bei mehreren Baustellen als Projekt erspäht.

Mein Sohn ist richtig begeistert von der automatischen Schranke.
Fahrkarte rein – schwupp ist sie weg – und taucht am anderen Ende des Gerätes wieder auf. Dafür öffnen sich die Plastiktüren und man kann passieren.

Nicht ganz so Hightech-mäßig ist dann der Bahnsteig.
Alles leicht marode.
Und die Anzeige besagt auch nicht viel – “Nicht rauchen” – das ist vielleicht wichtiger, als wir ollen Nichtraucher vermuten.

Ich verstehe ja nicht, warum es immer an der anderen Kasse schneller geht und natürlich in diesem Fall der Zug auf der anderen Seite und in die andere Richtung schneller kommt.
Sogar zwei davon.

Die uns einen ersten Eindruck der hiesigen Metro-Füllstände geben.
“Voll” ist da leicht untertrieben.
“Überfüllt” trifft es eher.

Aber die Busse die wir gestern sahen, waren sogar noch voller.
Weswegen wir nicht im Traum daran dachten, sie zu nutzen.

Und dank Metro kommen wir pünktlich (na ja – also natürlich rund 20 Minuten zu früh – dieser Webertsche Puffer dient unserem unmittelbaren Wohlbefinden) am Treffpunkt vor dem Colosseum – also eigentlich hinter dem Kiosk der Metrostation B an.

Um uns herum gesellen sich recht schnell weitere deutschsprachige Touristen.
Zum Schluß naht auch der Veranstalter.
Er hat gleich drei Führer im Schlepptau.

Aber nicht, dass ihr glaubt da dürfen wir aussuchen… wir werden zugeteilt.

Von Aussen ist das Colosseum imposant, von Innen der Hammer

Francesco ist nett, aber sehr studiert. Leider. Er hat ganz bestimmt in den vier Stunden, die die Führung eigentlich dauert, keinen einzigen inhaltlichen Fehler gemacht – mir fehlt es aber an kleinen, feinen, humoristischen Einlagen, wie wir sie bei anderen Guides um uns herum erspähen…

Anschauliche Schilderungen mit ein wenig “Ave, Caesar, morituri te salutant!” – das ist doch, was so ein Asterix-begeistertes Jungenherz (mit Lateinunterricht) erreicht… oder auch die Demonstration einer Engländerin für ihre Gruppe, wie man an den öffentlichen Wasserspendern gekonnt seinen Durst löscht und das Wasser dabei den Hauptweg zum Mund machen lässt – spritzt halt ein wenig ;-)

Doch die Bauwerke sprechen natürlich für sich und es ist auf jeden Fall angenehm an den langen Schlangen vorbei zu gehen und nur wenig Zeit in Rumsteherei zu investieren.

Das Colosseum ist ja von außen wirklich imposant – nachts wird es zudem sehr gelungen illuminiert.

Nur Bauwerke, die sozusagen konvertiert sind, haben überlebt - erklärt Francesco

Aber wenn man sich dann innen bewegt, erkennt man erst wie meisterlich die alten Römer hier gebaut haben.
Francesco wiegelt unsere Begeisterung ein wenig ab – schließlich sei gar nicht mehr so viel zu sehen…

Doch uns beeindruckt die erkennbare Architektur, die Ideenvielfalt und vor allem die zahlreichen Gänge unterhalb der eigentlichen Arena.
Und wir schnappen bei anderen Touris Informationen zu Flutungsgeschichten und Verbindungsgängen auf.

Im Anschluß marschieren wir hinter seinem – also irgendwie ja unserem – roten Regenschirm (ohne Regen!) her in Richtung Forum Romanum.

Dies liegt zwischen den drei Stadthügeln Kapitol, Paladin und Esquilin, die zu den sieben römischen Hügeln gehören und zu den ältesten besiedelten Stellen der Stadt.
Auf dieser historischen Fläche hat die Sonne kein Erbarmen und wir wären jetzt doch froh über ein wenig Regen.
Oder auch eine Wolke.

Um uns herum kauern andere Touristen und drängen sich in den wenigen Schattenplätzen.
Francesco erklärt die einzelnen Ruinen und Tempel und wir erfahren, dass gerade im Mittelalter viel zerstört wurde, da das Baumaterial für neue Gebäude herhalten musste.

Nur diejenigen alten Tempel, die ihre alten Götter aufgaben und sich dem christlichen Gott oder doch wenigstens einem Heiligen zuweisen liessen, blieben verschont und haben damit überlebt.

Im Netz habe ich eine gute Übersicht zum Forum Romanum gefunden… also für den, der es genauer wissen will.

Rund 1700 Jahre lange, war dies der größte Kuppelbau der Welt

Das Pantheon ist – gerade bei Regen – ein Traum.

Nicht weil es so schön voll ist, sondern weil durch das neun Meter große Loch in der Decke der Regen herabfällt – weswegen es natürlich noch voller hier ist.

Die einen suchen Schutz, die anderen einen neuen Blick auf den Regen.

In der Mitte des Mosaikbodens sperrt ein Seil den Boden direkt unter der Öffnung.

Die Archäologen sind sich übrigens nicht wirklich einig, warum die Erbauer ein Loch in der Kuppel liessen – natürlich kommt Licht rein und man spart sich tagsüber die zusätzliche Beleuchtung, aber manche vermuten hier eine riesige Sonnenuhr.

Egal – mein Sohn erklärt mir begeistert, wie hervorragend man dies Gebäude und auch einige der anderen in Minecraft nachbauen könnte… na, die haben heutzutage Probleme, die Kids ;-)

Die Antike ist für uns von oben her abgenagt. Das haben Barbaren, Banausen und vor allem der Zahn der Zeit besorgt. … Das einzige antike Gebäude, das seine Bedachung nicht verloren hat, ist das Pantheon, dessen Kuppel, ein Weltwunder, die Zeiten überstanden hat. …
Ich bin sicher, dass viele die da hineingehen, sich gar nicht vergegenwärtigen, dass sie in einer Kirche sind.
Pantheon: das Allgötterhaus. … S. Maria Rotonda heißt das Pantheon, aber es hat diesen Namen nie eigentlich angenommen.

Herbert Rosendorfer

Weiter geht die Tour und wir erreichen den Trevi-Brunnen.
Hier ist es jetzt wirklich so voll, dass man jegliche Lust verlieren kann.

Francesco meint, man hätte vielleicht morgens gegen 4 mal die Chance den Brunnen mit weniger Menschen zu sehen.
Doch das ist er uns garantiert nicht wert.
Wir werfen dezent ein Münzchen rein – schließlich muss man ja nicht wieder hierher sondern kann sich andere Stellen Roms anschauen.

Unsere Führung endet auf dem Piazza Navona.
Hat natürlich so gar nichts mehr mit dem von Julius Cäsar errichteten Leichatletik-Stadion zu tun.
Auch hier wimmelt es von Touristen und fliegenden Händlern, überall werden Minuten-Portraits gezeichnet und ich entkomme dem Ansinnen meines Sohnes ein derartiges Werk als Andenken erschaffen zu lassen nur mit Mühe.

Ich glaube das Obst hat ihn immer abgeschreckt

Aber es gelingt mir.
Und mir gelingt erstmals (wahrscheinlich durch die Vorarbeit seines Lateinlehrers, der so sehr schwärmte), dass er ein Eis ißt.

Und ihr werdet es nicht glauben: es schmeckt meinem Sohn nicht nur, sondern lässt ihn genussvoll erschauern.
Damit hatte er überhaupt nicht gerechnet.
Zu bunt, zu fremd, zu wenig portioniert.
Und häufig ja auch noch mit frischem Obst geschmückt.
Da wollte er partout nicht ran.

Und jetzt kann er kaum das nächste erwarten.

Alle Wege führen nach Rom – 2

.. und auch irgendwie durch.

Wir sind uns ganz sicher, dass wir mindestens eine der großen Etappe eines Pilgerweges hinter uns gebracht haben.
Die Füße rauchen und schmerzen, wir sind am Ende unserer Kräfte.
Die letzte Rettung – eine richtig heiße Badewanne…

Warum ist hier Verfall so wunderschön?

Dabei begann alles harmonisch und entspannt.

In der Nähe unseres Hotels findet sich ein kleiner Park: Piazza Vittorio Emanuele.
Dorthin streben wir zusammen mit etlichen Hundebesitzern.

Diese sind ein Teil der Erholungsuchenden, der andere sind Chinesen. Glaube ich.
Jedenfalls bewundern wir mit allen anderen ein chinesisches Tanzpaar, dass sich zu Tangomusik aus dem I-Phone gekonnt auf einem der Wege wiegt. So macht man das also heute.

In direkter Nachbarschaft lässt ein Mann seine Pferdekopfgeige erklingen… diese Musik kennen wir von unseren mongolischen Musikern aus dem Kirchsteig und fühlen uns gleich sehr wohl. Diese Musik in Rom zu hören – damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.
Passt aber durchaus.

Da stören die schlafenden Überbleibsel der letzten Nacht, die einfach mitten dazwischen liegen zum Glück kaum.

Wirklich stilvoll leben aber in diesem Park einzig die Katzen.
Also natürlich genau angemessen…
Das Monument von Gaius Marius ist ringsum von einem Gitterzaun umgeben, so dass keiner hinter ihnen her kommen und sie dort stören kann. Feine Sache, bei so vielen Hunden und Menschen im Park.

Die hier ebenfalls vorhandene Metrostation ist leider geschlossen.
Daher geht es per pedes weiter in Richtung Colloseum.

Mein Sohn ist dabei immer wieder entsetzt, dass ich einfach so auf andere Menschen zugehe.
Sein persönlicher Tiefpunkt ist erreicht, als ich einem Passanten meine Wasserflasche in die Hand drücke und ihn bitte, diese für mich zu öffnen.
Keine Ahnung, wieso ihn das so schockt.

Römer gehören in Rom mittlerweile zum Stadtbild

Meinen Sohn meine ich – der Mann hilft sofort und ich bedanke mich natürlich auch freundlich ;-)

Da wir keinen Stadtplan haben, versuchen wir uns an den aufgestellten Lageplänen zu orientieren.
“You are here” ist mit einem roten Pfeil versehen.

Doch alles Suchen hilft nicht – wir können den Pfeil nicht finden.
Auch andere Touristen die dazu kommen stehen vor Lageplan und Rätsel.
Unserer gemeinsamen Überlegung nach, müssten wir uns etwa 10 Zentimeter weiter links oben befinden… also im Nirvana des Planes.

Doch die Engländerin und ihre drei australischen Begleiter sind schon einen Tag länger hier und helfen uns weiter in dem wir einfach mit ihnen mitgehen sollen.
Mein Sohn ist wieder mal überrascht, wie leicht man Kontakt knüpft.
Also ich…

Das Colosseum werden wir ja morgen noch besichtigen, da reicht heute ein bewundernder Blick von außen. Am Sonntag ist die Straße ab dem Colosseum für Autos gesperrt – ein gutes Gefühl. Denn auch so ist es schon voll genug.

In der Nähe des Forum Romanum treffen wir erstmals auf Römer.
Die kannte ich noch nicht (bin ja auch mindestens 25 Jahre nicht hier gewesen).

Aber dies scheint mittlerweile eine gute Verdienstmöglichkeit zu sein. Immer wieder treffen wir prächtig gekleidete Römer vor historischen Kulissen und beobachten vor allem Jungs, die stolz in ihren Reihen ein Schwert ergreifen und von Mama/Papa fotografiert werden.

Hochzeitstorte nennen die Römer den Prachtbau

Das sehr imposante, marmorweisse Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II. begeistert meinen Sohn.
Einzig die beiden bewaffneten Wachen am Denkmal des unbekannten Soldaten stören ihn. Ebenso wie die Wachen am Zaun und entlang der Treppe nach oben mit ihren Trillerpfeifen, die immer laut lostrillern wenn sich jemand ermattet auf die Stufen setzt.
Das geht natürlich gar nicht.

Unmengen von Touristen auch hier.
Aber kaum einer erklimmt die Stufen bis ganz rauf zur Dachterrasse.
Was ein Fehler ist.

Von hier hat man einen fantastischen Blick über Rom.
So kann ich meinem Sohn auch die Kuppel des Petersdoms wenigstens mal zeigen… denn der Vatikan steht bei unserer Tour nicht unbedingt auf der To Do Liste.

Man kann mit einem Aufzug auch noch weiter hoch – ganz kostenlos, was in Rom ja nun nicht oft der Fall ist.
Aber die lange Schlange vor dem Aufzug schreckt uns und treibt uns weiter…

Wie immer gibt es natürlich ein neues Überraschungsspielzeug.
Diesmal ist es eine Kugel, die beim Aufprall auf eine ganz saubere, glatte Oberfläche auseinanderspritzt und sich dann selbst wieder zusammen zieht. Faszinierend.

Auch unsere Füße fühlen sich mittlerweile ähnlich an, denn wir sind seit mehr als 5 Stunden unterwegs und versuchen nun den Weg zum Hotel zu finden.
Machen uns gegenseitig immer wieder Mut.

Die Prospekte sind die richtigen - der Schuh im Vordergrund eher ein Folterinstrument

Und einen Zwischenstopp im Schuhladen.
FlyFlot heißt die Marke meines Begehrs und als ich meine erhitzten Füße (natürlich mit Söckchen!) in diesen ausbreiten darf, denke ich kurz ich sei im Himmel.
Die muss ich haben.

Mein Sohn erklärt mir allerdings bei der Fortsetzung der Pilgerung, dass ich aus Solidarität nun die alten wieder anzuziehen hätte. Schließlich schmerzen seine Füße nicht minder und es wäre unangemessen, wenn meine Qualen nun ein Ende hätten.

Dreimal dürft ihr raten…

Und obwohl das Wasser der Badewanne zu der wir uns dann schleppen wirklich heiß ist, scheint es noch zu zischen, als wir die Füße darin versenken.

Kurz darauf erwachen unsere Lebensgeister erstaunlicherweise doch wieder und wir wollen den Tag mit einem Aufenthalt am Dachpool krönen. Der ist – was mein Sohn nicht ahnte – natürlich nicht beheizt und entsprechend wird er gerade nur von Möwen genutzt.
Aber nicht lange ;-))

Zum Ausklang gibt es einen Cocktail “Passion” – ohne Alkohol aber mit großem Genussfaktor.

Der richtige Drink für den Abend

Wir haben heute wirklich viel gesehen und eine riesige Runde durch die Stadt gedreht.
Sind vom Colosseum, vorbei am Forum Romanum und der Hochzeitstorte in Richtung Pantheon gewandelt… da wandelten wir noch ;-)

Unsere Mittagspause verbrachten wir stilvoll auf dem kleinen Platz vor der Kirche St. Ignazio.

Zuvor haben wir in der Kirche einer Messe gelauscht – finde ich in Rom nun auch nicht ganz abwegig und wir kamen zum Glück im letzten Viertel an – es war also ein überschaubarer Zeitrahmen.
Eigentlich hatte ich die Kirche natürlich wegen ihrer Scheinkuppel aufgesucht.
Doch während der Messe ist der Punkt von dem aus die Kuppel am realistischsten wirkt gesperrt und so haben wir kurzerhand Platz genommen und den Priestern gelauscht.

Die Pizza hat meinen Sohn nicht überzeugt – er spickte auf meine Spagetti, wollte aber nicht tauschen.

Über die Via Nationale haben wir uns schließlich wieder hoch zum Bahnhof und unserem Hotel geschleppt.
Dabei den Trevibrunnen einfach rechts liegen lassen und immer mal wieder sehnsuchtsvoll einem Taxi nachgeschaut.
Doch für diese kurze Strecke konnten wir uns nicht überwinden eines anzuhalten.

Dabei ist “kurz” natürlich nicht gleich “kurz”, wenn die Kräfte nachlassen…

Alle Wege führen nach Rom – 1

… und da es daher eigentlich ganz gleich ist, wo man startet, bleibt nur die Frage nach dem “Wie”.

Aber auch das ist ganz schnell klar
– mit einem Ammerseedampfer.

Da ich mit meinem Sohn in Italiens Hauptstadt möchte und mein Angetrauter uns nicht zum Flughafen bringen kann, nutzen wir den stilvollen See-Transfer und lassen uns gemütlich ans Ostufer und damit an die nächste S-Bahnstation bringen.

Ein letzter Blick ans Südende des Sees... bei diesem Wetter ein Traum

Natürlich habe ich bei der Erkundung der geschicktesten Verbindung das Datum missachtet und bange nun, denn es drohen Bauarbeiten auf der S-Bahnstrecke. Wir sind davon jedoch zum Glück nicht betroffen und haben nach 2 1/2 Stunden den Flughafen erreicht.

Geht doch ;-))

Doch als wir unseren Flieger nach Zürich besteigen, schwant mir einiges… so ein Avro RJ100 ist nun mal nicht wirklich groß und da mein Sohn doch schon länger nicht mehr geflogen ist vielleicht nicht die optimale Wieder-Einstiegsmaschine.
Da beruhigt auch der Kosename “Flüsterjet” nicht.

Es ruckelt und wackelt so sehr, dass der Service nur ganz kurz und knapp rund geht. Entspanntes Reisen sieht doch anders aus…
Aber wir kommen an und werden im Transferbereich von einem Duft empfangen ;-)
Sensationell.

Schokolade. Die natürlich hier am Schweizer Flughafen absolute Berechtigung hat.
Und auch uns zum Kauf einiger frischer Trüffel verführt.
Das Kind setzt eher auf den zart-schmelzenden Dreikant Schokolade – allerdings in XXL und weiß.

Als wir dann endlich in Rom landen ist er bereits Abend und wir sind völlig am Ende unserer Kräfte.
Daher verzichten wir auf die Fortsetzung unserer ÖPV-Runde und gönnen uns eine Taxe in die Stadt.

So erhalten wir auch gleich noch einen ersten kurzen Blick auf das Colosseum, denn unser Hotel liegt am Termini, am Hauptbahnhof.

Da mein Sohn ja bereits letztes Jahr in Berlin so gerne im Radisson Blue abgestiegen wäre und es im GEO Extra Städtereise als Tipp erschien, habe ich gleich gebucht. Es liegt glücklicherweise diesmal in unserem Budget.
Trivago sei Dank ;-)

Im Vergleich: das von einem Freund und Romkenner empfohlene “kleine Italienische” sollte 6 Euro weniger pro Nacht kosten… da sind Bad und WC dann auf dem Gang.

Hier nun also die stylische Variante

Allerdings mit einigen kleinen Schönheitsfehlern:
Frühstück im Preis nicht enthalten, Badewanne etwas angerostet (aber dafür mit Softoberfläche, ungewohnt, doch angenehm warm – mein Sohn ist begeistert), unser Licht im Fenster leuchtet genau so wenig wie die Jalousie schließt… doch das war es dann auch.

Wirkliche Ruhe.
Schöne, kleine, funktionale Räume.
Und eine wirklich sensationelle Dachterrasse!

Wir wollen den ersten Tag mit einem kleinen Rundgang beschließen und stoßen nach wenigen Schritten auf einen weiteren Nachteil: dieser Stadtteil ist am Abend für eine alleinstehende Frau mit Kind nicht wirklich die richtige Gegend.
Allein wäre ich wahrscheinlich los, aber so ziehen wir uns gleich wieder zurück und verbringen des restlichen Abend auf dem Dach.

Morgen beginnt dann endlich unser wirklicher Romurlaub…

Vermißtenmeldung

Kleine Hügel markieren den Uferbereich

Und plötzlich ist er weg.
Der See.

Eine glatte, weiße Fläche liegt nun dort, wo sich sonst das Wasser des Ammersees dunkel vom verschneiten Ufer abhebt.

Aber ganz zugefroren ist er nicht – im Norden und Osten gibt es noch Wasserflächen.

Mal schauen, wie lange es dauert.

Bislang haben wir nur einmal erlebt, dass er ganz zugefroren ist: 1996.

Aber keine Angst – wir sind natürlich nicht rübergelaufen… ;-)
Wir doch nicht!

Und natürlich sind wir uns auch ganz sicher, dass er bald wieder auftaucht….