Blühende Landschaft II – die Altmark

Zu einer blühenden Landschaft gehört nicht immer unbedingt eine Wiese, ein Feld, eine Blume. Es sind in der Altmark durchaus auch andere Bereiche die die Wirtschaft „erblühen“ lassen… manche sind winzig und nicht leicht zu finden.

Mikroalgen – die Zukunft ist bunt

Ein Ort der Wissenschaft und Träume vereint, ist Klötze im Altmarkkreis Salzwedel. Etwas unerwartet treffen wir hier auf Europas größte Mikroalgenanlage. Von außen übrigens eher unspektakulär 😉

Über 500 Kilometer erstrecken sich die Röhren in denen Mikroalgen gezüchtet werden. In vollständig geschlossenen Systemen. Das hat den Vorteil, dass die Algen nicht verunreinigt und auf minimalem Raum optimal mit Sonnenlicht versorgt werden. Ein echter Fortschritt zu den offenen Becken, die andernorts (also in Amerika und Asien) zum Anbau eingesetzt werden.

Der Begriff „Alge“ erklärt uns Jörg Ullmann von Roquette Klötze  sei zwar verbreitet, aber absolut ungenau: alle  Lebewesen, die Photosynthese betreiben und im Wasser leben bezeichnen wir als Algen. Dabei sind Grünalgen Pflanzen, Blaualgen sind Bakterien, Braunalgen wie Kombu sind wieder ganz was anderes…

„Wir Menschen sind mit den Grünalgen näher verwandt als die Grünalge mit der Blau- oder Braunalge“ Jörg Ullmann, Algen

Seit 2000 besteht diese patentierte Anlage in der Altmark und es leuchtet mir ein, dass die kleinen Eiweißbomben künftig enorme Bedeutung für die menschliche Ernährung (auch außerhalb Asiens) übernehmen können.  Sie wachsen 10 bis 30 mal schneller als „normale“ Pflanzen und sind daher enorm ertragreich. Sie enthalten neben Proteinen mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Pigmente, Vitamine (auch weniger verbreitete)  und zahlreiche Mineralstoffe.

„Mikroalgen“ sind übrigens Algen, die frei im Wasser schweben, entweder als einzelne Zellen oder als kurze Zellketten. Man kann sie also eigentlich nicht sehen – nur die Verfärbung des Wassers verrät ihre Anwesenheit.

PureRaw – nicht nur mit Algen

Doch wozu all die wunderbaren Algen, wenn niemand weiß wie er sie schmackhaft zubereitet. Na klar – die Japaner und andere Asiaten machen es uns seit Jahrhunderten vor. Allerdings eher mit Braunalgen oder Extrakten daraus, nicht mit so buntem Wasser 😉

Da kommt in Klötze PureRaw ins Spiel. Kirstin Knufmann schwört auf vegane Rohkost und versorgt die Welt seit 2012 von der Altmark aus mit rund 250 Produkten, die ihren persönlichen Qualitätskriterien entsprechen. Also nicht nur, aber auch mit Makro und Mikroalgen…

Dazu kommen Maca, Shilajit, Vitalpilze, Chiasamen, Kakaobohnen, und, und, und – natürlich alle so pur und roh wie möglich. Damit von den Inhaltsstoffen so viel wie möglich erhalten bleiben. Das wichtigste Küchengerät im veganen Rohkosthaushalt: ein Hochleistungsmixer.  

Ich habe einige Proben wie RawKao (schokoladige Trinkmischung für Kids), BOBEI (ein Backersatz für Butter & Ei mit Chlorella), Reishi Latte (eine fertige Trinkmischung), so wie verschiedene Algenvarianten mitgenommen und werde sie in der nächsten Zeit ausprobieren. Und selbstverständlich berichten 😉

Ach ja – Kakaobohnen 

Auch wenn ich ja immer nach alten Sorten und Sachen suche – bei der Konditorei Stehwien war es nicht die traditionsreiche Tangermünder Nährstange die mich überzeugte, sondern die neue Schokoladenlinie Chocqlate. Sowohl geschmacklich, als auch optisch.

Diese Schokolade kommt mit vier Zutaten aus: Kakaobutter, Edelkakaopulver, ungeröstete Kakaobohnen und Kokosblütenzucker. Die Einzigartigkeit liegt in der ungerösteten, unbehandelten Kakaobohne „Virgin Cacao“. Die ganze Bohne (mit Fruchtfleisch – nicht mit Hülle) wird direkt nach der Ernte bei maximal 45 Grad getrocknet und dann hier in der Altmark gemahlen. 

Hier super beschrieben und bebildert, da merkt man die Leidenschaft, die dahinter steckt. 

Die puren, nicht gemahlenen Bohnen sind bei Extremsportlern als gesunder, energiereicher Knabberspaß begehrt – also meine dürfen sie gern haben. Sie schmecken sehr bitter und ich müsste wirklich dringend Energie benötigen, um noch mehr davon zu essen 😉

 

Was ich von der Schokolade nun wirklich nicht behaupten kann. Ganz gefährlich wurde es, als wir in der Produktion mit dem Duft der gerösteten Nüsse konfrontiert wurden – danach hätte ich für ein Stückchen Nussschokolade töten können. Wer mich kennt, weiß wie kalt mich die sonst lässt…

Früchte aus aller Welt – Paradise fruit

Wie kommt die Frucht in die Milch? Dieser Frage widmen sich mehr oder minder alle Müsli-Genießer täglich. Oder ganz konkret: wieso ist sie so frisch?

Das die Müslihersteller irgendwie für die Frucht verantwortlich sind, ist klar. Nicht so klar ist, warum diese nicht mehr wie die Apfelringe oder Rosinen meiner Oma schmecken (bitte nicht böse sein – die schmecken schon auch – aber eben nicht wirklich frisch).

Der Trick liegt in der Verarbeitung, genauer: im Gefriertrocknen. Seit 2004 ist in Salzwedel die Firma Paradise Fruits für die Herstellung angesiedelt. Mit Erfolg für beide Seiten – Landkreis und Firma.

Es ist ein verhältnismäßig teures Verfahren, dass sich jedoch zu rechnen scheint. Den Früchten wird bei  minus 20° in einem Vakuum das Wasser entzogen. Dies dauert je nach Fruchtart zwischen 14 bis 18 Stunden. 

Farbe und Form der Früchte bleiben (wie die anderen Inhaltsstoffe) nahezu unverändert. Das Wasser gefriert in Kristallen, die dann kleine Löcher in den Früchten hinterlassen. Diese nehmen bei der Berührung mit Flüssigkeit diese wieder auf und die Frucht ist wieder weich und angenehm zu essen. Geschmacklich wirklich eine gute Alternative zu frischem Obst.

Als ganze gefriergetrocknete Früchte eignen sich Brombeere, Cranberry, Erdbeere, Heidelbeere, Himbeere, Holunderbeere, Physalis, Preiselbeere, Rote Johannisbeere, Sauerkirsche, Schwarze Johannisbeere, Stachelbeere – größere Früchte wie Bananen, Kiwis oder Aprikosen werden einfach in Scheiben oder Stückchen geschnitten… sieht nicht ganz so spektakulär aus, aber immerhin.

Und doch – wer blühende Landschaft ganz wörtlich nimmt ist in der Altmark auch herzlich willkommen 😉

Auf Einladung der IMG – Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH bin ich zwei Tage hier unterwegs gewesen. 

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