Goldrausch im Garten
Meine Erfahrungen mit dem Saatgut von Dreschflegel sind ja noch nicht weit her.
Daher bin ich natürlich auch gespannt, wie viele Pflänzchen aus den Tüten wachsen.
Doch so wie es jetzt aussieht, werde ich wohl eher überschüssige Pflänzchen abgeben. Denn die Keimkraft und meine Pflanzwut sind enorm. Bislang ist – bis auf meine eigen alten Samen der schönen lila Zwiebelkugel – alles wirklich angewachsen…
Und meine Kisten und Hochbeete füllen sich zusehends.
So viel brauche ich natürlich gar nicht.
Zum Beispiel bei meiner Zucchini Gold Rush “Cucurbita pepo”….
Ich mag nämlich gelbe Zucchini irgendwie lieber als grüne. Aber natürlich keine zehn Pflanzen!
Laut Tütchen waren 6 fest geplant.
Ich habe natürlich alle 10 vorhandenen Kerne in die Vorzuchtkiste gesteckt…und alle haben gekeimt.
Vielleicht lag es ja auch daran, dass ich ohne bewußte Entscheidung, die Kerne um den 7. Mai – den Tag der Zucchini – gepflanzt habe
Zwei Pflanzen erachte ich für unseren Bedarf als durchaus ausreichend.
Da Zucchinis ja beide Geschlechter in sich vereinen, braucht es theoretisch nur eine einzige Pflanze. Aber ich habe gelesen, dass zwei schon besser sind. Und will ja auch ein paar Blüten vorab kappen und füllen.
Zucchini sind Starkzehrer sind und sollten nur alle 3 Jahre im gleichen Beet stehen. So sind meine in einen riesigen Blumentopf mit Kompost gewandert. Im Beet standen letztes Jahr Kürbisse (die sich selbst ausgesäht hatten – das ist der Vor- und Nachteil unserer Komposterei…. Tomaten wachsen wirklich in jedem Jahr – aber dieses Jahr möchte ich ja selbst ein wenig mehr das Ruder in der Hand halten) und daher ist das Beet für Zucchinis nicht bereit.
Wer also gerne Zucchini-Pflänzchen möchte, einfach mailen oder anrufen
)
Chili-Kids
Unsere Chili-Pflanze ist ein echter Oldi, Grufti, Urahn…
Eine der ganz wenigen Pflanzen die wir bereits über 4 Winter gerettet haben.
Das ist bei uns leider durchaus erwähnenswert, denn bei Rosmarin, Lorbeer, Thymian und Zitronenverbene will es uns einfach nicht gelingen. Dabei hatte ich früher einen Rosmarin im Garten – aber da wohnte ich noch in der Mitte Deutschlands, wo die Winter einfach nasser und wärmer sind und der Riesenrosmarin stand einfach in meinem Gartenbeet. Das kann ich hier in Bayern vergessen
Hier und jetzt kommen wir immer nur über ein paar allererste Monate und wenn der Winter dann auch noch so ewig dauert wie in diesem Jahr, dann sind die, die nicht erfroren sind doch noch vertrocknet.
Ausnahme: die besagte Chili.
Sie hat ihren festen Platz auf der Fensterbank im Wohnzimmer und ist daher im Gegensatz zu den anderen in stetiger Überwachung.
Die Chili-Pflanze haben wir aus einer Schote selbst groß gezogen. Eigentlich sprossen in dem Topf mehrere Geschwister-Chilis, aber genau dieser Behälter wurde von einer unserer Miezen als Lieblings-Sitz-Gelegenheit erkoren und alle Pflanzen sahen sich nun täglich einer Katzen-Besetzung ausgesetzt…. bis nur noch eine einzige übrig blieb.
Und diese hat sich einfach immer weiter gekämpft.
Heute passt die Katze nicht mehr mit in den Topf (eigentlich hat sie es nie – aber darüber spricht ein Katzenbesitzer ja nicht mit seiner Liebsten).
Und in diesem Winter haben sich nun viele kleine Sprößlinge aus der Erde geschoben.Die habe ich jetzt mal von Mama/Papa getrennt (als ich der Chili endlich mal neue Erde zuerkannte) und nun harre ich der Dinge, die sie planen… wenn sie wachsen, darf der ein oder andere meiner Freunde sicherlich mit einem Sprößling rechnen – denn unser Chilibedarf wird durch die eine Pflanze durchaus gedeckt. Aber ihr wisst ja – in diesem Jahr wird bei mir PFLANZEN groß geschrieben
Nächster Halt: eine Kuh
… vermutet mein Sohn fachkundig.
Er hat natürlich gleich begriffen, wie sehr mich die Tiere (aber auch Gemüse und Obstsorten) mit denen ich mich im vergangenen Jahr doch sehr intensiv beschäftig habe, in Bann gezogen haben.
Nein – keine Kuh!
Wohl leider nicht mal ein Huhn – wir haben ja so schon große Schwierigkeiten unsere vierbeinigen Familienmitglieder adäquat zu versorgen, wenn wir mal ein paar Tage zusammen weg wollen…. das Problem will ich nicht noch verschärfen.
Aber er hat Recht – es rührt sich was in mir – und nach meiner Planung auch in unserem Garten.Doch ich komme, ähnlich wie der Frühling, in diesem Jahr erst langsam in Fahrt. Viel langsamer als geplant. Meine zahlreichen Samentütchen haben mich sehnsüchtig den März erwarten lassen – aber sind wir mal ehrlich: da ging noch gar nichts. Gartentechnisch meine ich.
Und so nutze ich nun die Zeit zur Vorbereitung – drei Hochbeete hatten wir ja schon – jetzt sind schon mal noch zwei hohe Behälter dazu gekommen.
Ich stöbere in Büchern und dem Internet und sammle Ideen und Anregungen. Auch das macht ja schon mal Spaß.
Meine Samen habe ich entweder von befreundeten Gartenbegeisterten oder Dreschflegel – die dort vereinten aktiven Bewahrer alten Saatgutes aus ganz Deutschland treten als Verein und auch als GbR an, um die Züchtung, Vermehrung und Verbreitung von Saat nicht alleine den großen kommerziellen Firmen zu überlassen. 14 Höfe sowie ein Schaugarten mit 200 fast vergessenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen sind derzeit in ihrer Hand.
Und auf jedem Samentütchen, dass man dort kauft steht genau, woher es stammt. Für mich doppelt spannend – schließlich hatte ich mit einigen schon persönlichen Kontakt ![]()
Da macht das säen gleich noch mehr Spaß…
Es sind nämlich auch nicht nur Gemüse und Kräuter die ich anpflanzen will. Meine Freundin Andrea (die mit den Blüten) ist auch schon involviert und erhält überschüssige Samen. Ihr Garten ist wohl auch größer als meiner…
Ein Schlotterapfel am Ammersee
Wer sich schon mit meinem neuen Buch (mein Gott bin ich stolz
– aber keine Panik, das wird auch irgendwann wieder normale Formen annehmen…) wer also bereits in meinem Buch gelesen hat, erkennt diesen Gesellen vielleicht:
Aber nicht irgendeiner.
Gefunden hier vor Ort – im Naturkostladen in Dießen.
Ein Apfel aus dem Alten Land mit folgender Geschichte:
Ein Kunde sei in ihren Laden gekommen, erzählte die Besitzerin, hätte den großen Apfel gesehen und seinen Namen gelesen. Das sei doch der Apfel aus dem neuen Buch, meinte er. Und kaufte gleich eine Handvoll.
Na – versteht ihr nun, warum ich mich so freue?!
Jedenfalls habe ich auch Herbstprinzen mitgenommen. Die haben nun den ganzen Winter überstanden (ich weiß natürlich nicht unter welchen äußeren Bedingungen – bei Bio hoffe ich natürlich nur das Beste). Aber dafür war diese alte Sorte schließlich früher so begehrt – dass man auch im Frühjahr noch einen richtigen, aromatischen Apfel hatte, ohne ihn im Herbst durch Einkochen oder Einlegen konservieren zu müssen.
Der Herbstprinz ist süß-sauer und natürlich etwas mürbe (mehlig sage ich nicht mehr, seit Eckart Brandt mir den Zusammenhang erklärt hat). Mein Sohn fand ihn trotzdem gut. Das will was heißen!
Meine eigenen Äpfel (keine alte Sorte – den Baum haben wir vor 10 Jahren gepflanzt, als ich in diesem Bereich noch nicht so firm war. Ist aber ein super Apfel, der bei uns nun den Winter in der Garage mit leichten Frostattacken auch sehr gut überstanden hat) sind wirklich deutlich kleiner und noch schrumpeliger. Geschmacklich etwas weniger sauer, aber dafür auch etwas weicher. Die isst mein Sohn jetzt nicht mehr.Doch für einen Apfelkuchen, Saft oder auch wenn ich einen Salat mache, sind sie perfekt. Und das Schöne ist – ich weiß, dass ihnen (bis auf die Kälte) nichts zugestoßen ist und wo sie herkommen.
Und für alle, die es noch nicht wissen – den Spitznamen „Schlotterapfel“ verdankt der Finkenwerder Herbstprinz dem klappernden Geräusch der aneinanderschlagenden Kerne in ihren Gehäusen, zumindest bei den großen und voll ausgereiften Exemplaren. Die Prinzen die ich gekauft habe klappern leider nicht – die Kerne sind nicht ganz gelöst – genug Platz hätten sie.Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob die Bioladenfrau mir nächstes Mal erzählt, dass nun alle Kunden den Schütteltest machen. Wie bei den Überraschungseiern…
Kleine Erklärerei – vom 1.1.2013
Für alle die sich wundern, warum hier so regelmäßig “alte Beiträge” auftauchen:
ich schreibe seit Sommer 2012 an einem Buch über alte Nutztierrassen, Obst und Gemüse und habe seither in meinem Blog eine Art Tagebuch dazu geführt. Dies kann ich nun seit Weihnachten 2012 in Absprache mit dem Verlag veröffentlichen und daher lebt der Blog ein wenig in der Vergangenheit… aber er holt auf!
Und bald sind wir wieder eins – der Blog, das Leben und ich.
Allen ein frohes neues Jahr!
Anne








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